Ältere Frau entspannt mit geschlossenen Augen auf dem Sofa – Ruhe und Erleichterung bei Tinnitus durch die richtige Hörgeräteversorgung

Tinnitus und Hörverlust: Der oft übersehene Zusammenhang

Pfeifen, Rauschen, ein dauerhafter Ton im Ohr – Tinnitus betrifft schätzungsweise jeden zehnten Erwachsenen in Deutschland, viele davon zeitweise, manche dauerhaft. Was viele Betroffene nicht wissen: Tinnitus tritt sehr häufig gemeinsam mit einem Hörverlust auf. Und genau hier setzt eine oft übersehene, aber wirksame Möglichkeit der Linderung an – das Hörgerät.

Warum Tinnitus und Hörverlust so oft zusammen auftreten

Wenn das Innenohr durch Alter, Lärm oder andere Ursachen weniger Höreindrücke an das Gehirn weiterleitet, versucht das Gehirn diese fehlende Information auszugleichen. Ein gängiges Erklärungsmodell besagt, dass diese „Lücke“ vom Gehirn selbst mit einem eigenen Ton gefüllt wird – dem Tinnitus. Je größer der unbehandelte Hörverlust, desto eher kann sich ein solches Ohrgeräusch verfestigen. Aus diesem Grund berichten viele Menschen mit chronischem Tinnitus gleichzeitig über eine spürbare Schwerhörigkeit, die sie selbst oft gar nicht als eigenständiges Problem wahrgenommen haben.

Abstrakte Klangwellen aus Licht vor dunklem Hintergrund mit weichem Bokeh – Symbolbild für Tinnitus und Ohrgeräusche

Wie ein Hörgerät bei Tinnitus helfen kann

Moderne Hörgeräte verstärken gezielt die Umgebungsgeräusche, die durch den Hörverlust verloren gegangen sind. Dadurch bekommt das Gehirn wieder mehr „echte“ akustische Information – und der eigene Tinnitus-Ton tritt für viele Betroffene spürbar in den Hintergrund. Das Gehirn ist schlicht weniger auf das Ohrgeräusch fokussiert, wenn es genug andere Reize zu verarbeiten hat.

Die Noiser-Funktion: ablenken statt übertönen

Einige Hörgerätemodelle bieten zusätzlich eine sogenannte Noiser-Funktion. Hier wird ein leises, individuell einstellbares Schmalbandrauschen erzeugt, dessen Pegel bewusst unterhalb der Lautstärke des Tinnitus liegt. Das Ziel ist also ausdrücklich nicht, das Ohrgeräusch zu übertönen, sondern die Aufmerksamkeit sanft davon abzulenken und dem Gehirn bei der Gewöhnung zu helfen.

Zur Einordnung: Früher wurden sogenannte Masker eingesetzt, die den Tinnitus tatsächlich akustisch überdeckt haben. Dieses Verfahren wird heute in der Praxis nicht mehr verwendet – der Ansatz mit dem leiseren Noiser hat sich als sinnvoller erwiesen. Die Noiser-Funktion lässt sich bei Bedarf zusätzlich zur normalen Hörgeräteverstärkung aktivieren und wird von uns individuell auf Ihre Wahrnehmung eingestellt.

Wichtig: Erst abklären, dann versorgen

Bevor ein Hörgerät zum Einsatz kommt, sollte ein Tinnitus immer zunächst ärztlich abgeklärt werden – insbesondere, wenn er plötzlich auftritt oder nur auf einer Seite besteht. Ein HNO-Arzt kann ernstere Ursachen ausschließen und bei Bedarf weitere Behandlungsschritte einleiten. Steht am Ende die Diagnose „Tinnitus in Verbindung mit Hörverlust“, ist die Hörgeräteversorgung eine der wirksamsten und am besten erforschten Möglichkeiten zur Linderung.

Unsere Erfahrung bei Heiliger Akustik

In unserer Beratungspraxis erleben wir regelmäßig, wie überrascht Kunden sind, dass ihr Ohrgeräusch nach der Hörgeräteversorgung deutlich leiser oder seltener wahrgenommen wird. Ein individueller Hörtest zeigt zunächst, ob und in welchem Ausmaß ein Hörverlust vorliegt. Auf dieser Grundlage besprechen wir gemeinsam, ob ein Hörgerät – gegebenenfalls mit Tinnitus-Programm – für Sie infrage kommt.

Leiden Sie unter Ohrgeräuschen und möchten wissen, ob ein Hörverlust dahintersteckt? Vereinbaren Sie einen kostenlosen Hörtest bei uns in Aachen, Stolberg oder Walheim.

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